Neuigkeiten
10.03.2019, 16:58 Uhr
Senden braucht eine Wohnbauland- und Wachstumsstrategie
Durch die eigene Wohnraumentwicklung Zukunft schaffen
Senden braucht eine Wohnbauland- und Wachstumsstrategie. Dieser Überzeugung war ich zu Beginn meiner Amtszeit und diese Überzeugung ist bis heute immer weiter angewachsen.  Im Juli 2018 habe ich so eine Strategie dem Stadtrat vorgelegt. Statt dieses Thema zu beraten, wurde es nur zur Kenntnis genommen. So spielt man mit der Zukunft unserer Stadt.
Wichtiger Bestandteil dieser Strategie muss der Erwerb von Wohnbauland und dessen Entwicklung durch die Kommune und die Sendener Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) sein. Dazu gehört auch eine Ausweisung dieser Flächen im Flächennutzungsplan. Diese Ausweisung bedeutet nicht, dass sofort Wohnbauland entstehen muss. Manchmal gilt es Herausforderungen wie zum Beispiel die Verkehrssituation oder -erschließung zu klären. Auch die Steuerung der Nutzung von Infrastruktur wie Kindertageseinrichtungen oder Schulen. Aber wenn die Stadt Senden über Entwicklungsflächen für Wohnbauland verfügt, wenn diese im Flächennutzungsplan enthalten sind und möglicherweise Bebauungspläne oder städtebauliche Konzepte vorhanden sind – dann und nur dann hat Senden selber Gestaltungsmöglichkeiten. So können wir als Stadt jungen Familien, Familien und anderen Interessierten ein Wohnraumangebot machen. Nicht in Konkurrenz, sondern in sinnvoller Ergänzung zu privaten Investoren. So können wir zum Beispiel Projekte wie das Einheimischenmodell in Senden einführen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten in eigenem Wohnraum eine Familie zu gründen.
In dieser Woche hat die Neu-Ulmer Zeitung in ihrer Berichterstattung auf den dringenden Wohnraumbedarf im Landkreis Neu-Ulm hingewiesen. Dabei wurden meine Erfahrungen aus der täglichen Arbeit in Senden bestätigt. „Viele Kommunen haben es verschlafen genug Bauland auszuweisen, und ebenso der Bund, die steuerlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, dass es sich für Landwirte lohnt, Bauland zu verkaufen.“ (NUZ 4.3.19, S. 1 „Wohnkosten explodieren in ganz Bayern“) In der Zeitung werden die konkreten Entwicklungen der Miet- und Kaufpreise im Landkreis Neu-Ulm dargestellt. Demnach sind die Mietpreise im Landkreis Neu-Ulm durchschnittlich um 41% seit 2008 gestiegen und liegen bei durchschnittlich 9€. Auch auf die Entwicklung der Kaufpreise wird eingegangen. Laut Neu-Ulmer Zeitung stiegen sie um 50% seit 2008 und liegen durchschnittlich bei 2000€/Quadratmeter. Alle diese Daten sind auf S.8 im Artikel „So stark steigen die Wohnpreise seit der Finanzkrise“ zu finden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass der ganze Landkreis Neu-Ulm betrachtet wird. In den größeren Kommunen wie Neu-Ulm, Illertissen oder eben Senden dürfte der Anstieg noch deutlicher sein.
Vor einiger Zeit habe ich in einer Facebookumfrage die Frage gestellt: „Soll Senden Flächen zur Wohnraumentwicklung kaufen, wenn die Möglichkeit dazu besteht?“ Das Ergebnis war eindeutig. 61 Personen haben sich an dieser Umfrage beteiligt, 82% haben mit ja gestimmt.
Nicht nur vor diesem Hintergrund, sondern aus der Überzeugung, dass dies der richtige Weg für Senden ist, habe ich immer wieder Gespräche geführt, um entsprechende Flächen zu erwerben. Ende 2018, Anfang 2019 hatte die Stadt Senden die Möglichkeit,  rund 30.000 Quadratmeter Wohnerwartungsland zu erwerben. Experten haben mich in diesem Weg bestätigt, leider wurde diesen Ansinnen durch den Stadtrat bzw. den Hauptausschuss verhindert.
Ich bin weiterhin der Meinung, Senden braucht eine Wohnbauland- und Wachstumsstrategie. Senden muss selber Flächen zur Wohnraumentwicklung erwerben. Diesen Weg werde ich weiter gehen und entsprechende Vorschläge erarbeiten. Immer mit dem Ziel, Wohnraum für und in Senden zu entwickeln. Deshalb habe ich zu einer Wohnraumkonferenz für Senden eingeladen. Diese soll noch im März stattfinden. Eingeladen habe ich Immobilienentwickler in und für Senden, Makler, Vertreter der Wohnraumprävention, Diakonie und Caritasverband, die Sendener Wohnungs- und Städtebaugesellschaft, meine Stellvertreter im Amt und die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat. Ziel ist es, die aktuelle Situation zu beleuchten und gemeinsam für Senden nach Lösungen zu suchen.