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02.12.2019, 10:39 Uhr
Senden muss angestoßene Wohnraumentwicklung fortsetzen
Pflege eine der großen Herausforderungen
Im Rahmen der zweiten Zukunftswerkstatt von Gemeinsam für Senden haben wir uns unter anderem mit den beiden Zukunftsthemen Wohnen und Pflege auseinandergesetzt. Dazu waren mit dem Immobilienmakler Michael Jagode und dem Geschäftsführer des Pflegedienstes Soleo, Christian Kneer, zwei Gesprächspartner eingeladen.
Christian Kneer (l.) und Michael Jagode (r.) bei der Zukunftswerkstatt von Gemeinsam für Senden
Jagode machte in seinem Eingangsstatement deutlich, wie wichtig eine organisierte Wohnraumentwicklung unter aktiver Beteiligung der Stadt ist. Dabei verwies er auf die Städte Ulm und Wien. Ulm engagiert sich stark in der Flächenbevorratung, um diese zur Wohnraumentwicklung zur Verfügung zu stellen. In Wien ist das Thema der Wohndurchmischung von gefördertem Wohnraum und frei finanziertem Wohnraum ein großes Thema. In den letzten fünf Jahren habe Senden viele positive Schritte in der Wohnraumentwicklung gemacht. „Unter Bürgermeister Bögge wurden die notwendigen Schritte eingeleitet, ausreichend Wohnraum und eine Wohnraumdurchmischung zu erreichen. Allerdings wird diese Entwicklung durch den Stadtrat blockiert“, wurde Jagode deutlich. Dies unterstrich er an der Verhinderungstaktik beim Flächennutzungsplan und der Wohnraumentwicklung in Wullenstetten. Dadurch wird ein von Jagode angestrebtes „Einheimischen Modell“ – Grundstücke für Bürger, die selbst planen und bauen wollen, ohne Bauträgerbindung, vom Stadtrat nicht unterstützt. „Für mich ist die Schaffung von Wohnraum eine der größten Herausforderungen für Senden“, unterstich Erster Bürgermeister Raphael Bögge. Dabei gehe es nicht um unkontrolliertes Wachstum, sondern um die gezielte Schaffung von unterschiedlichen Wohnraumangeboten. „Hier haben wir großen Nachholbedarf, vom Einfamilienhaus über Bauherrengemeinschaften bis hin zum geförderten Wohnraum.“ Dabei müsse jeweils die Auslastung der Infrastruktur berücksichtigt werden. „Wenn wir aber nicht gerade für junge Familien und Einheimische Wohnraum schaffen, verlassen diese Senden und das wäre ein großer Verlust“, machte Bögge deutlich. Christian Kneer zeigte in seinem Impuls auf, wie schwierig es sei, in Senden eine gute Pflege und Betreuung von älteren Menschen zu gewährleisten. Es würde immer schwieriger geeignetes Personal zu finden. Daher müssten häufig Anfragen von Pflegebedürftigen abgelehnt werden. Die Vertreter von Gemeinsam für Senden waren sich einig, dass hier deutlich nach Lösungen gesucht werden müsse. Dies könne zum Beispiel über einen regelmäßigen Austausch von Pflegediensten und Betreuungseinrichtungen gehen. „Es ist gut, dass Bürgermeister Raphael Bögge zu diesen Gesprächen eingeladen hat“, sagte Kneer. Dieser Dialog müsse fortgesetzt werden. Die Teilnehmer machten sich Gedanken über konkrete Ideen für Senden. Diese können zum Beispiel hinter dem Gedanken von Alten WG’s oder Wohngemeinschaften von jung und alt liegen. Durch die Schaffung von kleineren Wohnungen und betreutem Wohnen soll älteren Menschen die Möglichkeit geben, ihr zu groß gewordenes Einfamilienhaus gegen diese Wohnungen zu tauschen. „Hier sehe ich durchaus Potential“ meinte Kneer. Eine wichtige Herausforderung sei aber auch die soziale Vereinsamung. Die Menschen müssten Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch haben.